tgm-Podiumsgespräch: Ohne Gutenberg keine Reformation: das Multimediale bei Luther in München

 

 

tgm-Podiumsgespräch: Ohne Gutenberg keine Reformation: das Multimediale bei Luther am 19.09.2017 , ab 19 Uhr im Saal des Zentrums St. Bonifaz, Karlstraße 34 in München,

Vermutlich am 31. Oktober 1517 schlug der Augustinermönch Martin Luther seine 95 Thesen an die Türe der Schlosskirche in Wittenberg an, dem damaligen Schwarzen Brett der dortigen Universität. Seine reformatorischen Hauptschriften machten ihn nach seiner Exkommunikation im ganzen Reich bekannt. Denn nicht nur die gesellschaftliche Unzufriedenheit und der politische Reformbedarf, sondern vor allem der erst um 1450 von Johannes Gutenberg erfundene Druck mittels beweglicher Lettern verhalfen Luther zu einem außergewöhnlichen publizistischen Erfolg: Bis zum Jahresende 1521 waren bereits 81 Einzelschriften und Schriftsammlungen von ihm erschienen, vielfach in andere Sprachen übersetzt, in insgesamt 653 Auflagen (Wikipedia). Wittenberg wurde so zum „Silicon Valley des Mittelalters“ und zur „ersten Hauptstadt der Verlagswelt“ (Ulrike Knöfel, Der Spiegel).

Grund genug, den Erfinder des Buchdruckes zum Gesprächsthema zu machen, der 1999 vom amerikanischen Privatsender A&E Network zum „Mann des 2. Jahrtausends“ gekürt wurde. Erst Gutenbergs genialer Einfall ermöglichte diese „enorme geistige, kulturelle, wirtschaftliche, technische und wissenschaftliche Veränderung“ (Mai) und nur so den Erfolg des Reformators Luther. Der Buchdruck befreite das Wissen und wurde zum Mittel der Massenkommunikation. Die Reformation und auch die sich formierenden Kräfte der Katholischen Reform „machten die Druckschrift, ob als Buch oder Flugblatt, zum Medium einer sich etablierenden Öffentlichkeit, aus der unsere moderne Demokratie hervorging“, so der Hauptgesprächspartner des Abends, Klaus-Rüdiger Mai, in seiner Ende 2016 erschienenen Biografie „Gutenberg – Der Mann, der die Welt veränderte“ (Propyläen).

Ergänzend werden an diesem Abend auch die anderen vom Medienrevolutionär Luther gekonnt eingesetzten Medien behandelt, das Bild und die Musik: Kurz wird das Bildschaffen seines Freundes Lucas Cranach und dessen Künstlerwerkstatt beleuchtet und zum Abschluss erklingt in der Basilika St. Bonifaz Max Regers Choralfantasie für Orgel über Luthers Lied „Ein feste Burg ist unser Gott“, op. 27 von 1898.

Kooperation
Arbeitskreis Buch & Technik
Partner
Verband Druck und Medien Bayern, FDI München-Oberbayern
Mitwirkende:
Klaus-Rüdiger Mai, Germanist und Gutenberg-Biograf
P. Stephan Dorner OSB, Theologe, Leiter der Stiftsbibliothek St. Bonifaz, Kenner von Reformation und Katholischer Reform
Anne Funck, Kunsthistorikerin und Cranach-Kennerin
Tobias Skuban, Konzertorganist
Moderation: Matthias Hauer, Druckingenieurhttp://www.tgm-online.de/veranstaltung/ohne-gutenberg-keine-reformation-das-multimediale-luther?id=788

 

 

 

Folge meinen Beiträgen via: