Reformation wagen. Die Gesellschaft, die Kirche und die Kraft der Christen. Rede in Wesel

Reformation wagen. Die Gesellschaft, die Kirche und die Kraft der Christen. Rede in Wesel

Reformation wagen!

 

Die Gesellschaft, die Kirche und die Kraft der Christen

 

Von Klaus-Rüdiger Mai

 

In diesen Tagen wird viel über, aber wenig von Martin Luther gesprochen und noch weniger mit ihm. Am aller wenigsten davon, was mir das wichtigste zu sein scheint: von Luthers Glauben. Stattdessen schämt sich der Ratsvorsitzende der EKD, Heinrich Bedford-Strohm, der auf muslimischen Wunsch gern auch mal das Bischofskreuz ablegt, als wäre Christi Kreuz inzwischen eine Verhandlungssache, für Martin Luther, zählt die Beauftragte für das Reformationsjubiläum, Margot Käßmann, vor dem Gerichtshof des Zeitgeistes Luthers Verbrechen auf. Ein in Teilen Antisemit soll er gewesen sein, ein Herabsetzer der Frauen, ein Bauernschlächter. Gern betont sie die dunklen Seiten der Reformation. Inzwischen greift die Lust am Geschichtsrevisionismus munter um sich: zu Antisemiten wurden bereits erklärt Immanuel Kant und auch Johann Sebastian Bach, weitere werden mit Sicherheit folgen: Goethe vielleicht, Schiller vielleicht, Heinrich Heine möglicherweise. Wenn man das wahrnimmt, beschleicht einen doch das Gefühl, dass Kräfte in diesem Land unterwegs sind, die uns zunächst durch die Diktatur der political correctness die Sprache, dann uns durch die Revision unsere Geschichte und uns zum Schluss unsere Freiheit nehmen wollen.

Als Lutheraner haben wir da „eine gute Wehr und Waffen“, in der Bibel, in den großen Denkern der Freiheit von Immanuel Kant bis Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher, und vor allem in Martin Luther. Seine Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“ ist das Gründungsdokument des modernen Europas, unserer Gesellschaft. Fragen wir also nicht nach dem Fremden, sondern nach dem eigenen. Das Fremde wird uns um keinen Deut vertrauter, wenn wir das Eigene verspielen. Verlangen wir nicht nach der stickigen Luft in den postmodernen Amtsstuben des Rates der EKD, nicht nach ihrem neuen, politisch korrekten Wohlfühlprotestantismus, sondern lassen wir uns den Luther nicht verdunkeln, atmen wir mit ihm die freie Luft des Glaubens.

Als ich mitten in der Arbeit an der Biographie des Propheten der Freiheit, wie ich ihn nannte, saß, wurde das zu einer für mich zutiefst beeindruckenden Begegnung. Da stand er plötzlich vor mir, der Mensch des Spätmittelalters, als der er gern gesehen wird, mit seiner stupenden Modernität. Was war das für eine Kraft im Gegensatz zu dem Abgelebten und Unechten einer aus dem 68zigertum entstandenen Theologie. Oder soll ich eher sagen: Ideologie?

Zu Luthers frühen Prägungen gehörte neben der großen Frömmigkeitsbewegung des Spätmittelalters, der Humanismus, was umso leichter fiel, weil der deutsche Humanismus hohe Anteile des Bibelhumanismus enthielt. Das so wichtige reformatorische Prinzip des sola scriptura gewann er aus dem ad fontes der Humanisten. Zurück zu den Quellen. Ad fontes zu gehen, ist weder spießig, noch veraltet, noch reaktionär, im Gegenteil, es ist erfrischend und belebend, wie Quellen nur sein können! Man kann zwar nicht, wie der Philosoph sagt, zweimal im selben Fluss baden, doch aus der selben Quelle trinken kann man immer. Zu den Quellen sich zu wenden, ad fontes zu gehen, bedeutet, zu Martin Luther aufzubrechen. Wer Luther verstehen möchte, muss seinen Glauben verstehen. Denn er ist es doch, der ihn antrieb, der ihn wider Willen zum Reformator machte. Man konnte es doch in Rom kaum fassen, dass es da jemanden gab, der tatsächlich noch an den dreieinigen Gott glaubte. Das konnte nur eine deutscher Hinterwäldler sein, ein Barbar aus dem Norden.

Dieser einfache Glaube am Gott im Menschen, an der Gottesebenbildlichkeit des Menschen, an der Tatsache, dass Gott seinen Sohn schickte, um uns die Möglichkeit zur Versöhnung zu eröffnen, diese große Menschenfreundlichkeit des Christentums ist es, die mich immer wieder zum Glauben führt.

Nein, ich habe den Glauben nicht, Luther hatte den Glauben nicht, man kann ihn nicht besitzen, nur immer wieder annehmen, als eine Gnade, die uns Gott stets von neuem gewährt. In Christus hat Gott den Menschen den Weg zu sich bereitet: So sagt Christus beim Evangelisten Johannes: „Jesus spricht zu ihm: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater denn durch mich.“ (Joh. 14,6) Christus ist der Gnadengrund und ist zugleich die Rechtfertigung, der, der sündlos war, nahm die Sünden der Menschen auf sich. Der Glauben ist kein Verdienst, kein Erwerbsobjekt, sondern eine Gnade.

Obwohl ich nicht religiös erzogen wurde – ich kann Paulus biographisch sehr gut verstehen und Augustinus auch -, begegnete mir der Glauben von mal zu mal stärker und umfassender. Ich möchte Ihnen von meiner ersten Begegnung mit dem Glauben erzählen. Als Kind hatte ich gelernt, das Christentum als etwas Rückständiges und Reaktionäres zu betrachten, die Vorstellung eines Gottes kam mir unwissenschaftlich und ein wenig geistesschwach vor. Felsenfest glaubte ich daran, dass wir Menschen die Welt besser machen können – und das glaube ich übrigens noch immer, nur mit dem Unterschied, dass es einen Grund dafür gibt und dieser Grund ist Christus. Gott handelt nämlich durch uns. Vielleicht war ich damals 12 oder 13 Jahre alt. Voller stolz trug ich meine neue Tasche, die ich gerade bekommen hatte, als ich mit dem Geschichtszirkel meiner Schule, dem ich angehörte, die Kirche meiner kleinen Stadt besichtigte. Nie zuvor war ich in der Kirche und sie erschien mir als ein mysteriöser Ort. Als ich noch etwas Zeit hatte, kam mir der Gedanke, Gott, an den nicht glaubte, herauszufordern, seine Existenz zu widerlegen. Deshalb trat ich vor den Altar und sagte mehrmals im Gedanken: „Gott, wenn es dich wirklich gibt, dann lass mich jetzt tot umfallen.“ Sehr zufrieden stellte ich fest, als ich lebend die Kirche verließ, dass es eben doch kein Gott gibt und ich Recht behalten hatte. Zu Hause angekommen jedoch vermisste ich meine neue, schöne, mich so sehr mit Stolz erfüllende Tasche. Sie war in der Kirche geblieben. Mit schlechtem Gewissen musste ich zurückkehren und den Küster bitten, mir die Kirche aufzuschließen. Das Bild, das sich mir bot, werde ich niemals vergessen. Mitten vor dem Altar stand meine Tasche – wie ein Geschenk, das dort auf mich gewartet hatte.

Der Glauben ist eine Gnade Gottes, der uns geschenkt wird. Und nur aus Gnade heraus – sola gratia – glauben wir und nur aus Glauben – sola fides – werden wir gerechtfertigt und ja auch gerettet. Darin bestand der Glauben Martin Luthers. Und es war ein höchst anspruchsvoller Glauben, denn der Gebende setzt den Nehmenden voraus, der Schenker den Beschenkten. Es liegt am Menschen, diese Gnade anzunehmen. Doch mit dieser Vorstellung entdeckte Luther das ICH im Glauben, das Individuum, das zur Grundlage der Aufklärung, zum Fundament unserer modernen Gesellschaft wurde. Er entdeckte denjenigen, der die Gnade annimmt, dem es nichts nützt, sich freizukaufen von Sünden, dem es nicht weiterbringt, unterwürfig zu sein und Unverstandenes nachzuplappern. Martin Luthers Glauben benötigt den freien Christenmenschen.

Es ist eine Binsenweisheit: Jede neue Generation muss ihren Luther finden. Sie darf ihn nicht historisieren, sondern muss ihn aktualisieren. Die Frage lautet doch nicht, was ist bei Luther überholt, sondern die Frage lautet: was an Luther ist modern, heutig, wo geht mich Luther noch etwas an! Wo spricht er zu mir? Wo berührt er mich? Wo hilft er mir?

Es kann ja durchaus sein, dass nichts an Luthers Denken, an seinem Glauben, an seiner Theologie mehr etwas mit uns zu tun hat. Dann allerdings stellt sich die Frage, was das eigentlich für ein famoses Ding sei, die evangelische Kirche? Doch Martin Luther ruft all jenen in seiner Schrift „Von der Freiheit eines Christenmenschen“, die sich aufgrund ihres Amtes in der Kirche, aber auch im Staat geheiligt und ermächtigt sehen, nicht zu vergessen, dass jede Amtsermächtigung vor Christus zu Schanden werden muss: „Ein jeglicher Herr und Fürst ist schuldig, die Seinen zu schützen und ihnen Frieden zu schaffen. Das ist sein Amt, dazu hat er das Schwert … Aber ein Herr und Fürst ist nicht eine Person für sich selbst, sondern für andere, dass er ihnen diene, das heißt, sie schütze und verteidige; obwohl es gut wäre, dass er auch dazu ein Christ wäre, und an Gott glaubte, so wäre er wohl glückselig.“ „Ich fürchte, dem wird nicht zu wehren sein, die Fürsten stellen sich denn fürstlich und fangen wieder an, mit Vernunft und säuberlich zu regieren. Man wird nicht, man kann nicht, man will nicht eure Tyrannei und Mutwillen auf die Dauer leiden.“

„So hat Gott keinem Herren dermaßen die Obrigkeit gegeben oder ihm die Leute unterworfen, dass er damit wider Gott und sein Wort streben oder fechten solle. Und in solchem Falle ist auch kein Untertan seiner Obrigkeit ein Haar breit schuldig oder untertan. Ja, es ist da alsdann schon keine Obrigkeit mehr, wo solches geschieht.“

„Was sind denn die Priester und Bischöfe? Antwort: Ihr Regiment ist nicht eine Obrigkeit oder Gewalt, sondern ein Dienst und ein Amt. Denn sie sind nicht höher noch besser vor anderen Christen.“

Und schließlich: „Wie nun Christus die erste Geburt mit aller Ehre und Würdigkeit hat, so teilt er sie mit allen seinen Christen, dass sie durch den Glauben auch alle Könige und Priester mit Christus sein müssen, wie Petrus sagt: „Ihr seid ein auserwähltes Geschlecht, das königliche Priestertum.“

Diesen Mann, der das schrieb und durchkämpfte, schmäht man als Antisemiten, man schämt sich seiner und will sich im Grunde seiner auch entledigen, weil seine Theologie gefährlich ist wie die Heilkünste eines Baders aus dem 16. Jahrhundert. Genauso wenig, postulierte der Kirchenhistoriker Thomas Kaufmann munter, sollte man sich der Theologie des Reformators anvertrauen, wie man seine Gesundheit den medizinischen Künsten des spätmittelalterlichen oder frühneuzeitlichen Baders überlasen würde.

Ein katholischer Freund sagte einmal mit so liebevollem, wie resigniertem Spott zu mir: „Ihr Protestanten fühlt euch doch nur wohl, wenn ihr in Sack und Asche gehen könnt!“ Ich allerdings nicht. Ich bin überzeugt, dass Protestanten keinen Grund haben, in Sack und Asche zu gehen, und einen fröhlichen Glauben leben können. Woher kommt diese bequeme Larmoyanz, dieser eitel-emphatische Masochismus? Ich will ihn nicht! Ich finde ihn nicht bei Luther.

Denkt man über Luthers Aktualität nach, muss man natürlich beim historischen Luther ansetzen. Es sind ebenfalls Binsenweisheiten, dass Luther vor der Säkularisierung lebte und es nicht in seiner Absicht lag, die Kirche zu spalten. Aber es sind Binsenweisheiten mit großen Folgen. Da es zu Luthers Zeiten noch keine Trennung zwischen weltlichem und geistlichem Bereich gab, die er erst hervorbrachte, war jede theologische Äußerung und jede kirchliche Handlung zugleich eine politische. Geistliche und weltliche Fürsten unterschieden sich allenfalls durch das Attribut. Will man also bei Luther ansetzen und ihn nach seiner Aktualität befragen, muss man den Bereich der Theologie verlassen und danach suchen, was Luther uns in unserer heutigen gesellschaftlichen Situation zu sagen hat. Akzeptiert man die These, dass Europa christlich sein wird oder es wird nicht sein, dann stehen beide Kirchen angesichts einer rapiden Entchristlichung großen Herausforderungen gegenüber, die sie nur gemeinsam lösen können. Deshalb ist eine Ökumene der Aufgaben weitaus wichtiger als eine Ökumene der Formen und der Liturgie. So seltsam es klingen mag, aber in Luther können Protestanten und Katholiken zusammenfinden in der Stunde der größten Bedrohung für unseren Kontinent.

Ich will im folgenden angesichts der mir zur Verfügung stehenden Zeit thesenartig an Luther anknüpfend Gefahren, denen wir begegnen, und Aufgaben, die wir lösen müssen, benennen. Das wird nicht vollständig, sondern wird nur pars pro toto erfolgen können.

Die von Luther ins Werk gesetzte Trennung zwischen Staat und Kirche ist vehement zu verteidigen, gerade gegen die Politisierung der Kirche, wie sie von der EKD vorangetrieben wird. Es ist weder die Aufgabe der EKD, dem Islam zu hofieren, noch den Begriff bzw. das Theologumenon der Nächstenliebe zu verdrehen. In diesem Zusammenhang sei noch einmal an Luthers 46. Ablassthese erinnert: „Man muss die Christen lehren: Wenn sie nicht im Überfluss schwimmen, sind sie verpflichtet, das für ihre Haushaltung Notwendige aufzubewahren und keinesfalls für Ablässe zu vergeuden.“

Die Kirche hat den Laizimus zu akzeptieren und sich politisch zurückzuhalten. Wer in der Kirche eine politische Haltung vorgibt, spaltet die Kirche. Jeder Christ hat selbstverständlich als Bürger das Recht, sich politisch zu engagieren, aber eben als Bürger. Für Ämter in der Kirche befähigen allein das christliche Engagement und das Vertrauen der Gemeinde. Parteimitgliedschaften dürfen weder die Annahme eines Amtes in der Kirche vorantreiben, noch verhindern. Wer die Kirche zur Parteiversammlung macht, dem soll die Kanzel verwehrt bleiben. Die Kirche hat sich auf ihrer sechs Kernaufgaben zu konzentrieren: Bibelstudium, Gottesdienst, Charitas, Mission, Bildung und Seelsorge.

Ich fahre seit längerem ohne Navigationssystem, weil ich meinen Weg selbst bestimmen und wissen will, wo ich bin, den Namen von Straßen und Plätzen kennen möchte, die ich passiere, und nicht ein Anhängsel einer effizienten Orientierung sein möchte, für dass die Welt nur aus Befehlen der Richtungsänderung besteht, aus: „an der nächsten Straße rechts abbiegen“ oder „beim nächsten Kreisverkehr die zweite Ausfahrt nehmen“. Wenn die Welt nicht mehr aus Berg und Tal und Ebene, nicht mehr aus Städten und Dörfern, sondern nur aus Rechts- oder Linksabbiegen und die xte Ausfahrt nehmen besteht, dann hat sie an Charakter und Individualität verloren, dann haben wir an Charakter und Individualität verloren, dann entscheiden wir nicht mehr, dann wird für uns entschieden, ganz gleich um was es geht, um die Fahrtroute, um den Friseur, den wir nehmen, das Restaurant, das wir besuchen, das Schuhgeschäft, in dem wir einkaufen. Für alles gibt es eine sogenannte App, etwas, das uns steuert. Wie sagte vor einiger Zeit ein Bekannter zu mir, der sich seit Jahren auf sein Navigationssystem verlässt: „Ich habe vor kurzem festgestellt, dass ich nicht mehr die Himmelsrichtungen unterscheiden kann.“ Er braucht sie ja nicht mehr zur Orientierung. Er hat ja ein Navigationssystem oder eben eine App für alles, er hat etwas, das ihn leitet, das ihn orientiert. Amazon hat einen Lautsprecher namens Echo auf den Markt gebracht, der gleichzeitig als Assistent dient. Assistent klingt gut, heißt, dass er bestimmte Befehle, die sein Besitzer erteilt, ausführt, ob laut oder leise oder andere Dinge. Dazu ist er mit sieben Mikrophonen ausgestattet, die die Befehle seines Besitzers via Internet auf einen Amazonserver weiterleiten. Wie unterscheiden die Mikrophone, was ein Befehl ist und was eine Unterhaltung über die Urlaubsplanung oder über Kontendaten ist? Mit anderen Worten, wer diesen Lautsprecher kauft, könnte in seinen vier Wänden wohl eine Wanze installieren. Angesichts dessen, frage ich mich, warum wir uns über die NSA aufregen. Meint denn jemand, die Datensammelwut von Amazon, Google, Facebook ist geringer? Fassungslos macht mich, was die Menschen diesen Konzernen an intimsten Daten freiwillig zur Verfügung stellen, womit diese Konzerne ihre großen Gewinne generieren, für die sie dank Luxemburg, dank Herrn Juncker zumindest hier keine und in Luxemburg kaum Steuern bezahlen. Für diese Firmen ist der Mensch, was für ein Erdölkonzern das Erdöl ist, der lukrative Rohstoff.

Ja, meine Damen und Herren, wir sind für Facebook, Google und Amazon Rohstoff, den es auszubeuten gilt. Und selbst unsere leiseste und kleinste Aktivität macht sich für diese Firmen bezahlt. Die aus meiner Sicht Menschenverachtung dieser Konzerne zeigt sich auch in der Wortwahl, denn das, was Menschen im Internet unternehmen, die Spuren ihres Daseins, die sie hinterlassen, werden „Datenabgase“ genannt. Der Mensch ist also nur noch die Quelle von Datenabgasen. Diese Datenabgase ermöglichen Big Data, die Sammlung von Daten, um Denk-, Bewegungs-, Gefühls-, Angst- und Hoffnungsprofile von einem jeden Menschen zu erstellen, um ihn total manipulieren zu können. Orwells 1984 ist gegen unser 2016 eine freundliche, fast wünschenswerte Utopie vergangener Tage. Big Brother scheint verglichen mit den Chefs von Google, Amazon und Facebook ein Humanist gewesen zu sein.

Zurecht warnt die US-amerikanische Wirtschaftswissenschaftlerin Shoshana Zuboff vor dem Überwachungskapitalismus, der auch von Firmen wie Amazon, Facebook und Google ins Werk gesetzt wird. Ich könnte das gern vertiefen, aber auch jetzt wird schon klar, dass der Mensch als Individuum, als Subjekt verschwinden soll, er interessiert nur noch als Datenschürfplatz und als zu manipulierender Konsum- und Schuldsklave.

Von Martin Luther hingegen lernen wir, dass es auf den Menschen ankommt, der Gottes Ebenbild ist. Das ist das genaue Gegenteil von dem, was wir erleben. Im Kampf um die Rettung des Menschen, des mündigen Bürgers steht uns Martin Luther bei. Nicht Menschen dürfen Macht über uns ausüben, nur Gott allein. Luther zeigt uns das Geschenk, das Gott uns macht, nämlich die Freiheit. Weshalb also gieren wir danach, uns freiwillig zu versklaven? Warum ertragen wir die Freiheit nicht? Mit großer Beflissenheit machen wir uns aus meiner Sicht zu Sklaven von Räubern, denn Unternehmen, die keine Steuern zahlen in dem Land, in dem sie Gewinne erwirtschaften, aber dessen Infrastruktur nutzen, bestehlen den Steuerzahler, außerdem führen sie einen unfairen Wettbewerb gegen Geschäftsleute, die für ihre Läden sehr wohl Steuern und Abgaben zu entrichten haben. Fügen wir dem Bild, die Realität hinzu, dass nicht Menschen, sondern Banken auf Kosten der Steuerzahler, zu lasten von Eltern und Kindern, die bis ins dritte Glied verschuldet, weil unverantwortlich Bürgschaften erteilt, gerettet werden, dann steht mahnend vor mir Martin Luthers Schrift „Von Kaufhandlung und Wucher“.

Über die hohen Damen und hohen Herren in Politik und Wirtschaft und Medien, die eine allzu große Nähe zueinander und eine allzu große Ferne zu den Bürgern pflegen, hat Luther hellsichtig in seiner letzten Predigt erklärt: „der Dünkel macht den Tanz gut. Diese meinen, dieweil sie regieren, und eine höhere Person sind, so müssen sie auch klug sein; und ein solcher Narr im Rat hindert die anderen, dass sie mit keinem Schaden fortkommen können, denn er will in Teufels Namen klug sein mit Gewalt, und ist doch ein Narr…Deshalb sagt der Herr Christus, dass er den Naseweisen feind sei, dass er sie in seiner Kirche nicht leiden wolle, seien es Kaiser, Könige, Fürsten und Doktoren, die ihm sein göttliches Wort meistern und ihm mit ihrer eigenen Klugheit in die hohen Dinge des Glaubens und unserer Seligkeit hineinregieren wollen. Sie meinen, weil sie obenan im Regiment sitzen, darum seien sie die Klügsten, sie kennten die Schrift besser als andere Leute. Darum stürzt sie Gott auch tief. Denn er wills und kanns und solls auch nicht leiden. Er machts doch so, dass das Evangelium den Hohen und Weisen verborgen bleibt, und regiert seine Kirche ganz anders, als sie es denken und verstehen, wenn sie sich auch dünken lassen, sie wüssten und verständen alles…Das ist der Teufel in der Welt. Er wirkt es, dass die Menschen Gottes Wort nicht achten und sich gröblich betrügen und zum Narren halten lassen. Die Klugen und die Weisen, die Großen und Angesehenen sind es, die zerreißen das Sakrament und die Kirche und setzen sich an Gottes Stelle, wollen selbst Meister sein.“ In dieser bemerkenswerten letzten Predigt übt er die Kritik des einfachen und freien Christenmenschen an den Kaisern, Königen, Päpsten, Kardinälen, Bischöfen, evangelischen Geistlichen, an den Fürsten, an den Kaufleuten und auch an den Christen, die Christus vergessen haben. Man kann diese letzte Predigt als veritablen Rundumschlag lesen, aber auch als Ermahnung, als Sorgen, die sich Martin Luther macht und die sich als durchaus berechtigt und heute mehr denn je erweisen. Als sein Vermächtnis, das er in einem Vorgefühl des nahenden Todes uns mitgibt.

Mit Luther und von Luther aus können wir lernen, alle Zumutungen, Anfechtungen und Gefahren unserer beunruhigten Welt vom Standpunkt des Glaubens, vom Standpunkt des Menschen aus zu betrachten. So hat er es gehalten, ob er über die Ehe, über den Kriegsdienst, über die Bankgeschäfte und die Ökonomie handelte.

Martin Luthers Erfolg gründete auch darauf, dass die Deutschen inzwischen zu Zahlmeistern der römischen Kurie geworden waren, weil sie das Pech hatten, in Gestalt des Kaisers den Schutzherrn Roms zu stellen. Immer wieder brachten sie die Missstände in den Gravamina der deutschen Nation zum Ausdruck und blieben ungehört. Luther bestritt die Berechtigung der römischen Kurie, die christliche Welt, Europa zu beherrschen. Jeglichem Zentralstaatsgedanken wies er von sich. Von Luthers Haltung der damaligen europäischen Zentrale gegenüber, können wir etwas lernen, wenn wir die demokratische Entmachtung der Bürger Europas durch ein bürokratisches, zentralstaatsorientiertes Brüssel sehen. Das neue Europa benötigt dringend starke und weitgehend autonome Regionen, es bedarf dringend der größeren demokratischen Teilhabe der Bürger und nicht die Entmachtung des Souveräns. Gern wird – ist man an diesem Punkt der Diskussion angelangt – das Totschlagargument bemüht, dass die Globalisierung uns dazu zwinge. Die Globalisierung nötige uns geradezu, einen europäischen Zentralstaat zu errichten, sie lasse uns keine andere Wahl, als ein Freihandelsabkommen abzuschließen. Die Globalisierung führe dazu, dass sich leider prekäre Arbeitsverhältnisse bilden, wir Banken retten und den Mittelstand das Rückgrat brechen müssen, die Globalisierung hat eben zur Folge, dass wir alle Sozialität, alle Freiheit, alle Werte über Bord zu werfen haben, damit wir so leichter geworden wettbewerbsfähig bleiben. Aber, um wieder bei Martin Luther anzulangen, welchen Götzen beten wir da eigentlich an, welchem Fetisch unterwerfen wir uns da? Wo bleibt da der Mensch? Wo bleiben der Christ und seine Freiheit?

Was dringend zu tun bleibt, ist, eine neue Reformation an Haupt und Gliedern in Kirche und Staat voranzutreiben. Dafür vergnügt und mit Elan zu wirken, gerade auch weil wir eine Verantwortung sowohl vor Gott, als auch für unsere Kinder und Kindeskindern haben – was im Übrigen auf das gleiche hinausläuft, kann uns Luthers Beispiel lehren. Sie alle kennen den großartigen Auftritt Martin Luthers auf dem Reichstag zu Worms 1521, wo er vor den Großen des Reiches, vor der Reichsöffentlichkeit seine Lehre widerrufen sollte – und es eben nicht tat. Sie alle kennen die grundsätzliche Anrufung des Gewissen. Was immer ein bisschen untergeht, weil es die Dinge kompliziert macht und nicht in das Bild passt, was man gern von dem Jahrtausendauftritt imaginiert, ist der andere Satz, den der kleine Mönch Kaiser Karl V. ins Gesicht sagt – vor der gesamten Öffentlichkeit. Klar und deutlich zitiert er Matthäus 10,34: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“ Die Stelle klingt in unseren friedenssüchtigen Ohren anstößig. Ruft da nicht einer zu Feindschaft, zu Hass, zu Gewalt auf? Luther, der Hasspediger? Oder wie der SPIEGEL in seiner Plumpheit titelt: Luther der Wutbürger?

Sie alle wissen, dass es in dem Text um die Aussendung der Jünger geht. Jesus beauftragt die Jünger, die frohe Botschaft den Menschen zu bringen, Gottes Gnade: „ geht hin zu den verlorenen Schafen aus dem Hause Israel. Geht aber und predigt und sprecht: Das Himmelreich ist nahe herbeigekommen. Macht Kranke gesund, weckt Tote auf, macht Aussätzige rein, treibt Dämonen aus.“ Er verheimlicht ihnen nicht, dass die Mission voller Gefahren steckt, Mut, Zivilcourage, wie wir heute sagen würde, verlangt. Denn: „Siehe, ich sende euch wie Schafe mitten unter die Wölfe. Darum seid klug wie die Schlangen und ohne Falsch wie die Tauben. Hütet euch aber vor den Menschen; denn sie werden euch den Gerichten überantworten und werden euch geißeln in ihren Synagogen. Und man wird euch vor Statthalter und Könige führen um meinetwillen, ihnen und den Heiden zum Zeugnis. Wenn sie euch nun überantworten werden, so sorgt nicht, wie oder was ihr reden sollt; denn es wird euch zu der Stunde gegeben werden, was ihr reden sollt. Denn nicht ihr seid es, die da reden, sondern eures Vaters Geist ist es, der durch euch redet. Bei euch aber sind sogar die Haare auf dem Haupt alle gezählt. Darum fürchtet euch nicht; ihr seid kostbarer als viele Sperlinge. Wer nun mich bekennt vor den Menschen, zu dem will ich mich auch bekennen vor meinem Vater im Himmel.“  In diesen Worten bekennt sich Martin Luthjer zur Nachfolge Christi, bekennt sich dazu als Jünger oder Apostel von Christus in die Welt geschickt zu werden, um unverfälscht seine Botschaft den Menschen zu bringen, ohngeachtet aller Widerstände.

Unter anderem sind zwei Aspekte bemerkenswert: erstens legte Luther mit dem Zitat, das ja auf seine Provenienz verweist, Zeugnis für seinen tiefen Glauben an die Trinität ab, denn diese ist es, die in diesem Text wirkt: Der Vater, dessen Botschaft der Sohn verkündigt und zu deren Verbreitung er die Jünger aussendet, die in ihrem Tun sich auf den Heiligen Geist berufen können. Zweitens verweist er auf die Pflicht eines jeden Christen, seinem Glauben treu zu bleiben und ihn bei allem Unbill zu bekennen und in ihm zu leben, denn dieser Glaube ist die Gnade Gottes. Jeder Christ ist ausgesandt. Erst von hier her ist Luthers berühmter Satz zu verstehen: „Wenn ich nicht überwunden werde durch die Zeugnisse der Schrift oder durch die evidenten Vernunftgründe – denn ich glaube weder dem Papst noch den Konzilien allein, weil feststeht, dass sie sich oft geirrt und selbst widersprochen haben -, bin ich durch die von mir hinzugezogenen Schriftstellen besiegt, und das Gewissen ist im Wort Gottes gefangen, und ich kann und ich will nicht irgendwas widerrufen, weil es weder gefahrlos noch heilsam ist, gegen das Gewissen zu handeln.“

Versteht man Luther richtig, befragt und studiert man ihn, dann findet man drei Prinzipien, die nicht nur zutiefst aktuell sind, sondern deren Beachtung für uns und unsere Kinder nötiger denn je ist: Freiheit, Verantwortung und Gewissen. Um diese Grundsätze zu formulieren, bedurfte es einer welthistorischen Entdeckung: nämlich des Subjekts, gefunden als Martin Luther in höchster Not dem ICH im Glauben begegnete. Auf der Entdeckung des ICHs beruht die Aufklärung, aus ihr gehen die Menschen- und Bürgerrechte hervor, kurz: entsteht unsere bürgerliche Gesellschaft.

Wenn nichts von Martin Luther bliebe, als dieses, dass es nicht gefahrlos, noch heilsam ist, gegen das Gewissen zu handeln, so wäre es schon überreichlich. In diesem Satz ist Christus, die Größe des Menschen, der Grund unserer Existenz selbst anwesend.

Hier steht er, der sooft von interessierter Seite als Obrigkeitsknecht geschmähte Reformator, hier steht das einfache auf sein schutzloses Menschsein geworfene Individuum gegen das Establishment, gegen die politische, gegen die militärische, gegen die juristische, gegen die finanzielle und wirtschaftliche, gegen die administrative, gegen die mediale und öffentliche Macht und wirft ihr den Fehdehandschuh hin. Um Christi Willen! In einem begnadeten Akt des Gewissens. Um des Menschen Willen. Denn die Religion ist doch nicht wegen der Kurie, wegen des Konsistoriums, des Herrn Kardinals oder der Frau Superintendentin, die Religion hat nur einen einzigen Zweck: das Band des Menschen zu Gott zu sein. Religion ist dort, und nur dort, wo der Mensch in seinem Gewissen Gott findet. Und findet er Gott, dann findet er sich, den Menschen. Dann übernimmt er Verantwortung für sich und für die Schöpfung. Das Gewissen ist der Ort im Menschen, in dem sich seine Menschlichkeit erweist als eine Gnade Gottes.

Wenn Martin Luther selbst in gefährlicher Situation auf dem Gewissen besteht, erinnere ich mich an meine Angst, die mich mit eiserner Hand packte, als ich im Sommer 1989 zu meiner ersten Demonstration gegen Honecker und Co. ging. Damals war ich Regieassistent am Schauspiel Halle und arbeitete nebenbei unter Hochdruck an meiner Dissertation. Genau erinnere ich mich noch daran, wie ich mit mir kämpfte, dahin zu gehen, nicht wissend, wo ich am Abend sein werde. In dieser Situation versteht man sehr gut und sehr wörtlich, was Jesus Petrus ankündigte: „…und ein anderer wird dich gürten und führen, wo du nicht hinwillst.“ (Johannes 21,17). Andererseits konnte ich mich dem nicht entziehen, ganz gleich, wohin es führt, jetzt war die Zeit unwiderruflich gekommen, für etwas Unverhandelbares einzustehen.

Da standen wir also, kaum einer kannte den anderen, in der Mehrzahl situierte, gute Bürger, keine Revoluzzer, keine Halbstarken. Da standen wir also, vielleicht vierzig Menschen im Schatten der Marienkirche, in der Martin Luther einst predigte und Johann Sebastian und Wilhelm Friedemann Bach musizierten.

Vierzig Menschen nur. Ein mächtiges Häuflein, ein verlorener Haufen in Wahrheit. Und diese vierzig Menschen hätten ja auch wieder auseinandergehen können, doch sie wagten etwas zutiefst Lächerliches: Sie marschierten über den Marktplatz von Halle, den Boulevard entlang. Überall standen die Achtgroschenjungs, filmten und fotografierten für den Tag der großen Abrechnung. Der Tag der großen Abrechnung blieb, wie wir wissen, und ich sage jetzt sehr bewusst: Gott sei Dank! aus. Doch am Ende des Boulevards, da waren wir schon einhundert, zweihundert, dreihundert Menschen.

Da waren also noch mehr. Die waren gekommen und warteten erst einmal ab, wie das ganze ausgehen wird – und ich verdenke es ihnen nicht, erinnere ich mich nur an meine Angst. Andere wurden spontan von dem Mut der Wenigen mitgerissen. Ein mächtiges Häuflein eben.

Ich möchte Ihnen keine Wendegeschichte erzählen, sondern auf eine Tatsache von größter Bedeutung hinweisen: Es ist doch kein Zufall, dass es in Wirklichkeit in Leipzig und in Dresden und in Halle, in Mitteldeutschland und eben nicht in Berlin begann. Es ist kein Zufall, dass der Impuls zum Sturz des SED-Regimes aus Mitteldeutschland kam, aus lutherischen Stammlanden. Aus dem Land der Reformation, geboren aus mitteldeutscher Querköpfigkeit, geboren aus dem Zweiklang von: es ist „weder gefahrlos noch heilsam…, gegen das Gewissen zu handeln“ und dem: „Ihr sollt nicht meinen, dass ich gekommen bin, Frieden zu bringen auf die Erde. Ich bin nicht gekommen, Frieden zu bringen, sondern das Schwert.“

Martin Luther stand am Anfang eines neuen großen gesellschaftlichen Paradigmas, das er mit angestoßen hat, dessen Ende wir heute erleben. Wir stehen mitten in einem der großen Paradigmenwechsel der Geschichte. Wir können ihn gestalten oder gestaltet werden. Als Christen haben wir eine gute Chance, wenn wir denn unsere Möglichkeiten begreifen und uns nichts einreden lassen, von niemandem. Gekennzeichnet ist dieser Paradigmenwechsel bisher durch folgende Veränderungen:

  • Bedeutungsverschiebung Realwirtschaft-Finanzwirtschaft
  • Aushebelung der Diversitas durch Schaffung großer Strukturen in Politik und Gesellschaft (bspw. EU), dadurch Verlust der Demokratie durch Schaffung oligarchischer Strukturen
  • Konzentration des Kapital in immer weniger Händen
  • Kapital wird in großen Umfang aus der sozialen Verantwortung entlassen
  • Bevorzugung des geerbten, im Gegenzug zum erarbeiteten Kapital
  • Schaffung einer virtuellen Welt, Verlust an Wirklichkeit und Wirklichkeitswahrnehmung, dadurch aber auch an demokratischer Teilhabe
  • Schaffung eines Überwachungsimperialismus durch die großen Internetfirmen
  • Schuldknechtschaft und neue wirtschaftliche Abhängigkeiten
  • Aushebelung der Bürgerrechte
  • Digitalisierung des Individuums. Datenstaub, Big data wird zum Gulag des 21. Jahrhunderts

 

Meine Damen und Herren lassen Sie mich mit einer kleinen Erinnerung schließen. Im Jahr 1517 ging fernab von den Metropolen der Welt von dem kleinen provinziellen Wittenberg ein Ereignis aus, das die Welt entscheidend verändern sollte und bis auf den heutigen Tag wirkt. Die Empörung darüber, in einer zutiefst glaubensfernen und korrupten Welt zu leben, brach in einem einfachen Mönch aus, der nicht weiter dulden wollte, dass die Menschen betrogen und ausgebeutet und verhöhnt werden, dass sie dort ihr Seelenheil verspielen, wo ihnen eingeredet wird, es zu gewinnen. Das entscheidende Wort, der wirkungsvolle Impuls kam aus der Region, nicht aus der Zentrale. Auch hier hilft Martin Luther weiter, wenn man sich ihm nur zuwendet und ihn nicht zum toten Hund erklärt. Aus der Region kommt der entscheidende Impuls. Vor der allgewaltig scheinenden Globalisierung müssen wir nicht resignieren. Im Gegenteil: von Luther lernend brauchen wir der Globalisierung nur das kraftvolle Konzept der Regionalisierung entgegen zu stellen. Wir benötigen eine Neue Reformation. Und einen neuen Martin Luther. Einen? Nein, viele Schwestern und Brüder in Christo, die den vor 500 Jahren gegebenen Impuls aufnehmen und verstärken. Das Reformationsjubiläum darf deshalb nicht rückwärtsgewandt oder gar revisionistisch sein, es muss mit Luther zusammen auf unsere Gegenwart und Zukunft schauen.

 

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