Erste Rezension zur Streitschrift: Plädoyer für eine Kirche der Freiheit

 

“Die Kirchen, so Mai, werden dadurch zum „nützlichen Idioten“ einer politischen Klasse, an der er kaum ein gutes Haar lässt. Dabei, dies sei ausdrücklich gesagt, kommt Mais Kritik nicht aus konservativer Perspektive, zumindest nicht nur. Vieles liest sich eher wie klassische Sozialdemokratie, anderes wie klassischer Liberalismus. Hier argumentiert jemand, der an die demokratische deutsche Tradition von 1848 anknüpfen will. Die Kirche der Freiheit, wie die evangelische Kirche sich im Vorfeld des Reformationsjubiläums selbst genannt hat, habe zuerst die Freiheit zu verteidigen. Es fällt schwer, das nicht einleuchtend zu finden. Und da man nach evangelischer Lehre kein Amtsträger sein muss, um in Kirchenfragen mitzureden, empfiehlt Mai, Foren kritischer Christen zu bilden, die der Kirche ihre eigentlichen Aufgaben wieder ins Gedächtnis rufen und jene Streitkultur wiederaufleben lassen, die die evangelische Kirche verloren hat, aber dringend braucht.”

 

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